96135 Kreuzschuh

Kreuzschuh, Gemeinde Stegaurach, Landkreis Bamberg, Oberfranken

Kerwa Kreuzschuh

Veranstalter: Ortsvereine Kreuzschuh

Zeitpunkt: zweites Juniwochenende

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I
Kreuzschuh zählte zu den Orten, die schon früher Kerwa feierten, jedoch keine eigene Kirche oder Kapelle besaßen. 1957 wurde ein Kirchenbauverein gegründet, welcher Bemühungen zum Bau einer Kirche vorantrieb. Diese wurden jedoch aus verschiedenen Gründen Mitte der 1960er Jahre verworfen. 1969 schloss das Gasthaus und damit starb auch die Kerwa.
Erst im Jahr 1987 gründete sich der Stammtisch „Kreuzschuher Runde“ und rief die vergessene Kerwa wieder ins Leben. In den kommenden Jahren schuf man sich durch die Kerwa eine solide finanzielle Grundlage und entschied sich für den Bau einer eigenen Kapelle. Die Gemeinde Stegaurach stellte das Grundstück am Dorfplatz auf Erbpacht zur Verfügung. Um einen rechtlichen Rahmen zu schaffen, wurde aus dem Stammtisch 1998 der eingetragene Verein „Kreuzschuher Runde“.
1999 wurde der Grundstein gelegt und am Pfingstsonntag, 11. Juni 2000, wurde die Kapelle feierlich gesegnet. Seither kann Kreuzschuh zu Recht weltliche und kirchliche Kerwa feiern.
Die Kerwa ist eine typische Dorfkerwa. Am Sonntagnachmittag findet seit 2003 ein fränkischer Tanz statt, welcher von den Kreuzschuher Kerwamusikanten begleitet wird. Durch sie ist auch eine enge Freundschaft mit den polnischen Musikern der Gruppe „Karkonosze“ aus dem Riesengebirge entstanden.
Anlässlich des Jubiläums hat Willi Dedio eine Chronik verfasst, in der die Geschichte des Ortes und seine Entwicklung umfassend dargestellt sind. mih

Ablauf

 

Programm 2019

 

95359 Peesten

Peesten, Markt Kasendorf, Landkreis Kulmbach, Oberfranken

Lindenkerwa Peesten

Veranstalter

Freiwillige Feuerwehr Peesten

Zeitpunkt

zweites Juniwochenende

Beschreibung

Für die Tanzlinde in Peesten gibt es eine separaten Förderverein: Förderkreis Tanzlinde Peesten – Facebook: https://www.facebook.com/tanzlinde.peesten/

 Bis zu 90 Personen können auf dem hölzernen Tanzboden in der Linde sitzen. Sie ist der Mittelpunkt des Ortes.

Die grüne Laube der Peestener Linde wurde nach altem Vorbild gebaut.(Foto: Diane Cook, Len Jenshel; aus: „Das Wissen der Bäume“)

Eine Tanzlinde, erklärt Rainer Graefe, gehört zu den geleiteten Linden. „Das sind Bauwerke, vom Menschen geformte Naturgebäude“, erklärt der emeritierte Professor für Baugeschichte. Die Hauptäste junger Bäume werden dabei in die Breite gebogen, fixiert und mit einem Gerüst gestützt. Durch regelmäßigen Schnitt bilden die seitlichen Äste ein Gerüst, auf das der Tanzboden gelegt wird, während die kleineren Äste weiter in die Höhe streben und so eine grüne Laube bilden. Freilich muss eine solche Konstruktion immer durch ein Gebälk gestützt werden. Sonst würden die schweren Seitenäste irgendwann unter ihrem eigenen Gewicht zusammenbrechen, von dem der Tänzer ganz zu schweigen.

Graefe hat die Tanzlinden erforscht, seine Studenten fertigten Modelle von vielen aktuellen und historischen Bäumen an. Sie sind im Lindenmuseum in Neudrossenfeld zu sehen. Die ältesten geleiteten Linden stammen aus dem 11. bis 13. Jahrhundert. „Ursprung ist vermutlich ein heidnischer Vegetations- und Baumkult“, sagt Graefe. Das Verbreitungsgebiet reicht von den Niederlanden bis Ostpreußen. Die alte Peestener Linde, Vorläuferin des jetzigen Baumes, war zwischen 1550 und 1600 gepflanzt worden, musste aber 1947 gefällt werden. Sie war so imposant, dass sie Peesten den Zusatz „zur Linde“ bescherte. Von außen sah die Krone aus wie ein riesiger, belaubter Kubus mit zwei Fensterreihen. Ein Anblick, der den Münchner Künstler Carl August Lebschée (1800 bis 1877) so beeindruckte, dass er mehrere Zeichnungen und Stiche von ihr anfertigte. Der gefällte Baum hinterließ eine Lücke im Ort. Zwar wurde 1951 an gleicher Stelle wieder eine Linde gepflanzt, sogar gezogen wurden ihre Äste wieder, vom Dorfschullehrer Rudi Arnold und seinen Schülern. Einige ehemalige Schüler sind noch im Ort und erinnern sich, wie sie damals mithelfen durften. Die Peestener haben ihre Linde geformt, aber diese hat auch die Gemeinschaft geformt.

Ablauf

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Programm 2018

VideoBild könnte enthalten: 1 Person, Baum, Himmel und im Freien

https://www.tvo.de/mediathek/video/peesten-lkr-kulmbach-kerwa-berschla-mit-ihra-madla/

96337 Ebersdorf

Ebersdorf, Stadt Ludwigsstadt, Landkreis Kronach, Oberfranken

Der Landkreis Kronach ist nördlich des Rennsteigs thüringisch geprägt. Denn dieser Bereich gehörte einst zur thüringischen Grafschaft Orlamünde und kam erst ab dem 15. Jhd. zunehmend territorial unter fränkischen Einfluss. Vielleicht wird dennoch deshalb in Ebersdorf die Kirchweih sehr fränkisch gefeiert?

Trachtenkirchweih in Ebersdorf

Veranstalter: Ortsvereine Ebersdorf

Zeitpunkt: zweites Augustwochenende

Beschreibung

Bei der Trachtenkirchweih in Ebersdorf wird Brauchtumspflege betrieben. Kermespöbel, Lösbubn und Einhaltspaare, das alles gehört zur Trachtenkirchweih genauso wie die Tänze in der „Habbersiede“ unter Linden auf dem historischen Tanzanger. Für das leibliche Wohl und die musikalische Umrahmung ist immer bestens gesorgt.

Ablauf

Programm  2018

Samstag
20 Uhr Tanz auf dem historischen Anger

Sonntag
9 Uhr Festgottesdienst
anschließend: Frühschoppen.
Nachmittag: Trachtenumzug mit anschließendem Tanz

Montag
Männeraufzug. Die Kirchweihpaare suchen sich Tanzpaare aus der heimischen Bevölkerung, mit denen sie durch das Dorf ziehen und anschließend tanzen.

Dienstag
Die Kirchweih endet mit den „Kermespöbel“, der mit Reisigbesen auf dem Anger die Haferstreu zusammenkehrt.